Seminar

Samstag, 29. Mai 2010
10h-16h30

In welchem Rhythmus schlägt das Herz der Welt?

Wenn alles mit allem in Beziehung steht -
Eine Einführung ins analoge Denken

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"Das Weltall ist ein Kreis, dessen Mittelpunkt überall und dessen Umfang nirgends ist."
" Blaise Pascale


Das analoge Denken beschreibt die Welt durch Vergleiche und Entsprechungen. Wenn wir analog denken, verstehen wir uns selbst als Resonanzkörper dessen, was sich im Augenblick ereignet. Wir verstehen die Welt, indem wir uns mit ihr in Beziehung setzen. Wir entdecken Ähnlichkeiten zwischen Menschen, Pflanzen und Tieren, zwischen inneren Stimmungen und äußeren Ereignissen, zwischen uns selbst und dem Rest der Welt. Wir können nur deshalb Mathematik betreiben, weil wir eine Beziehung zur Zahl Eins haben, weil wir uns selbst als Eines erleben und mit der Eins eine Erfahrung verbinden. Ohne diese Erfahrung wäre jede Rechenaufgabe sinnentleert.

Das Denken in Beziehungen ist eine ebenso einfache wie wertvolle Ergänzung zum rationalen Denken und wurde von zahlreichen Denkern quer durch die Geschichte der Philosophie und Psychologie geschätzt und genutzt. Analog nähern wir uns der Welt sehr viel spielerischer und assoziativer. Wir nutzen unseren Erfahrungsraum, um Erkenntnisse zu erlangen.

Der Mittelpunkt des Weltalls ist dann immer genau an jenem Ort, an dem wir bewusst mit der Welt in Beziehung treten, mit einem Menschen, einem Tier, einem Blatt, einem Ton, einer Farbe oder einer Erkenntnis. Von diesem Mittelpunkt aus verbinden wir uns mit dem ganzen Universum. Nicht deshalb, weil wir unsere subjektive Wahrnehmung zum Maß aller Dinge erklären, sondern weil jede persönliche Erfahrung auch eine allgemeine Wahrheit enthält, die sie mit dem Rest des Lebens verbindet.
Die Erfahrung von Stärke, von Schönheit, von Krankheit oder Alter, von Süße, von Streit, von Schmerz oder Liebe ist immer persönlich und unpersönlich zugleich. Die menschliche Wahrnehmung ist der Ort, an dem das Universum für seine eigenen Qualitäten ein Bewusstsein entwickelt. Nicht als abstrakte Tatsache, sondern als sinnlich erlebter Augenblick.

Wenn wir diese Erkenntnis zur Grundlage unseres Denkens machen, erhält unsere persönliche Erfahrung eine neue Bedeutung und die Welt ein anderes Gesicht. Wir verstehen unsere Erfahrungen nicht mehr als Einzelereignisse in einem zusammenhanglosen Weltall, sondern begreifen, dass sich in jeder Erfahrung das Ganze spiegelt.

Unser Herz beginnt dann im Einklang mit dem Herz der Welt zu schlagen und wir entwickeln ein Verständnis davon, was es bedeutet, ein Mensch zu sein.

Im Seminar werden wir uns in diese sinnliche Form des Denkens einüben, wir werden etwas über ihre Geschichte erfahren und ausprobieren wie es sich anfühlt, ein wesentlicher Teil des Ganzen zu sein.
Foto Natalie Knapp
Leitung: Natalie Knapp
Promovierte Philosophin. Schwerpunkt ihrer Arbeit ist das Thema Bewusstseinswandel im 21. Jahrhundert. Sie lebt als philosophische Beraterin und freie Rundfunkredakteurin in Berlin und Freiburg. Ihr Buch "anders denken lernen, von Platon über Einstein zur Quantenphysik" ist im Juli 2008 beim Oneness Center erschienen.

Kosten: CHF 140
Oneness Center, Wyttenbachstrasse 20, 3013 Bern
Anmeldung: bis spätestens 8. Mai 2010

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